Managementplanung für Hessens Wölfe

Anfang August stellt Umweltministerin Priska Hinz das hessische Wolfsmanagement vor.
Erfreulich ist ihrer Ansicht nach die Tatsache, dass Wölfe inzwischen auch wieder durch Hessen ziehen.
Ein wirkliches Problem sieht die Ministerin darin nicht, da es standorttreue Rudel in Hessen noch nicht gäbe und Wölfe ohnehin menschenscheu seien. Für den Fall der Fälle hält das Ministerium ein Merkblatt bereit mit klaren und verständlichen  Hinweisen, wie man sich gegenüber einem Wolf zu verhalten habe.

In Zusammenarbeit mit dem NABU, dem BUND, dem Landesjagdverband, dem ökologischen Jagdverband, dem Hessischen Bauernverband und dem Verband der Schafhalter hat das Umwelt-ministerium ein Wolfsmanagement erarbeitet, um, so Hinz, auf eine mögliche Rückkehr der streng geschützten Wölfe gut vorbereitet zu sein. Grund- und Waldbesitzer hatte man im Vorfeld nicht zur Expertenrunde geladen.

Zur Koordination des Monitorings gibt es nun eine Landes-Wolfsbeaftragte, die als zentrale An-laufstelle auch die Koordination zwischen den Institutionen des Bundes und der anderen Bundes-länder übernimmt. Zusätzlich werden jeweils zwei „Wolfsexperten“ pro Landkreis ausgebildet. Diese werden als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema zur Verfügung stehen und ebenso an Schulen und auf Fachveranstaltungen über den Wolf informieren.

Sollte es zu Wolfsrissen kommen, so haben die Halter von Weidetieren die Möglichkeit, spezielle Herdenschutzzäune von den zuständigen Regierungspräsidien auszuleihen. Jedes Regierungspräsi-dium wurde bereits mit einem Zaun-Set ausgestattet.

Zum Thema Entschädigungsleistungen äußerste sich Ministerin Hinz nicht. „Wir haben bereits viele Förderprogramme auf den Weg gebracht, um das Überleben der Schafhalter sicherzustellen. Der Wolf wird die Existenz der Schafhalter jedenfalls nicht gefährden“, so die Ministerin.

Beim Bild des harmlosen, menschenscheuen Wolf gehen die Expertenmeinungen jedoch weit aus-einander. Gerade deswegen, weil Deutschland dicht besiedelt ist und Wölfe sich schnell an den Menschen gewöhnen könnten.

Es wird daher kontrovers diskutiert zwischen denjenigen, die den Wolf willkommen heißen und denjenigen, die ihm mit Skepsis begegnen.

In Brandenburg, wo es Wölfe bereits seit 15 Jahren gibt, hat beispielsweise der Schafzuchtverband einen Forderungskatalog erarbeitet. Der Kauf eines Herdenschutzhundes müsse zu 80 Prozent, der Unterhalt des Tieres zu 50 Prozent mit Steuergeld unterstützt werden. Und denjenigen Schäfern, die keine solchen Hunde haben, müsse ein Elektrozaun zur Verfügung gestellt werden. Schließlich sei für Schafe, die gerissen wurden, eine Entschädigung zu zahlen. Das kann, je nach Marktwert, bis zu 120 Euro pro Tier sein.

In Hessen fehlt bislang eine vergleichbare Regelung.
Knut Kucznik, Vorsitzender des Brandeburger Schafzuchtverbandes, warnt die Hessen davor, den Kopf in den Sand zu stecken: Wenn sich das Land nicht ausreichend für die Rückkehr der Wölfe wappne, koste das „Geld, Tiere und gute Laune“.

Weiter Informationen erhalten Sie unter   Wolfsmanagement

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