Nachhaltigkeitsbericht 2016 vorgestellt

Umweltministerin Priska Hinz stellt zusammen mit dem Leiter des Landesbetriebes HessenForst, Michael Gerst, den Nachhaltigkeitsbericht 2016 vor. Nachfolgend einige Auszüge aus der aktuellen Pressemeldung des Umweltministeriums vom 11.7.2017:

Im Staatswald erntete HessenForst im vergangenen Jahr rund 1,9 Mio. Kubikmeter Holz. Das entspricht nur etwa 86 Prozent des Zuwachses. Der Holzvorrat in unseren Wäldern hat demnach deutlich zugenommen. Insbesondere durch die Bindung von Kohlenstoff im Holz hat die Erntemenge von knapp zwei Millionen Kubikmetern der Atmosphäre etwa 1,5 Millionen Tonnen CO2-Belastung erspart.

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren war eine reguläre Bewirtschaftung beim Laubholz in 2016 nur erschwert möglich. Grund dafür waren insbesondere die eingeschränkten Absatzmöglichkeiten für Laubindustrieholz. Eine gezielte, kurzfristige Anpassung der Holzerntemenge in jüngeren Beständen war erforderlich – es wurde weniger Laubholz geerntet.

Der Waldnaturschutz war auch 2016  wieder ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Landesbetriebs HessenForst. In diversen Projekten wurden seltene Arten gefördert und Biotope gepflegt. Als Beispiele nannte Landesbetriebsleiter Michael Gerst den Edelkrebs, den Schwarzstorch und die Kreuzotter.

Kernflächen in Hessen: 25.540 Hektar sind sich selbst überlassen

Neben den speziellen Naturschutzprojekten und der naturschutzorientierten Waldpflege spielten im Jahr 2016 weitere Flächenstilllegungen eine bedeutende Rolle. „Seit Anfang 2016 überlassen wir insgesamt 25.540 Hektar – das sind acht Prozent des hessischen Staatswaldes – in sogenannten Kernflächen sich selbst. Damit leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt im Wald, sondern auch zum Klimaschutz“, betonte Ministerin Hinz. Die Ausweisung der zweiten Tranche mit insgesamt 5.940 Hektar Kernfläche geschah unter intensiver Beteiligung der Naturschutzvereinigungen und            -behörden.

Insgesamt wurden 2016 rund 1,5 Millionen junge Bäume gepflanzt und  die natürliche Waldverjüngung durch naturnahe Pflegemaßnahmen weiter gefördert. Unterstützt wurde dieser Prozess durch eine außergewöhnlich starke Samenbildung der Waldbäume im Herbst 2016.

„Die Pflanzungen sind mit umfangreichen Investitionen verbunden“, betonte Gerst. „Sie sind aber wichtig, denn wir müssen den Wald fit machen für den Klimawandel. Die weitere Förderung des Mischwaldes spielte bei der Waldverjüngung eine wesentliche Rolle, denn Mischwälder sind auch gegenüber Klimaveränderungen stabiler als Reinbestände.

Im Staatswald sind 80 Prozent aller Bestände aus verschiedenen Baumarten zusammengesetzt. „Durch gezielte Beimischung und Förderung von Baumarten, die mit den Klimaveränderungen besser zurechtkommen, streuen wir das Risiko und gestalten so einen zukunftssicheren Wald“, erläuterte Gerst.

Hälfte des Staatswaldes ist FSC-zertifiziert

Im Jahr 2016 wurden weitere zwölf Forstämter in die FSC-Gruppe aufgenommen. „Mittlerweile ist mit 21 Forstämtern die Hälfte aller hessischen Forstämter FSC-zertifiziert. Das setzt ein Zeichen für Transparenz sowie eine ökologische, ökonomische und soziale Bewirtschaftung“, erläuterte Hinz. „Die Vergabe des Siegels war problemlos möglich. Das spricht für die hohen innerbetrieblichen Qualitätsstandards von HessenForst“.

Fakten zum Geschäftsjahr 2016 – Staatswald

  • 1,5 Millionen junge Bäume gepflanzt
  • 1,9 Mio. Kubikmeter Holz (= 86 Prozent vom Holzzuwachs) geerntet
  • Holzernte hat der Atmosphäre etwa 1,5 Mio. t CO2-Belastung erspart
  • Ergebnis der Staatswaldbewirtschaftung: rund 6 Millionen Euro aus Holzernte
  • Aufwand/Investitionen in Umweltsicherung und Erholung: rund 10 Mio. €, davon:
    • 4 Millionen Euro für Naturschutzmaßnahmen
    • 5 Millionen Euro für Erholungseinrichtungen
    • 1 Million Euro für Waldkalkung

 

Für den gesamten Betrieb HessenForst:

  • Jahresergebnis: 14,9 Millionen Euro
  • Betreuung von Privatwald für 20.000 private Waldbesitzer
  • 118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Nachhaltigkeitsbericht kann über folgenden Link im Internet abgerufen werden:

www.hessen-forst.de/nhk-bericht

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